Sanierung und Denkmalschutz Dipl. Ing. G. H. Müller

alte Baukunst schützen und erhalten

Sanierung eines denkmalgeschützten Gebäudes in Hagen

 

Dieses ehemalige Haus der Äbtissin, direkt an der Lenne in Hagen- Hohenlimburg gelegen, wird seit Juli 2018 saniert und restauriert. Durch die strikten Auflagen der Denkmalbehörden müssen die Sanierungsarbeiten an der denkmalgeschützten Immobilie besonders sorgfältig geplant werden. Es dürfen keine Baumaterialien verwendet werden, die es zur Zeit der Erbauung im Jahre 1789 noch nicht gab.

Altbausanierung zur Denkmalpflege - eine anspruchsvolle Aufgabe für die Bauplanung

Neben der sorgfältigen Bestandsaufnahme des Baudenkmals gilt es, die verwendeten Baustoffe und Konstruktionsmerkmale zu analysieren. Erst nach Vorliegen dieser Ergebnisse kann man an die Planung der Altbausanierung von solchen denkmalgeschützten Gebäuden gehen.

Es muss der verwendete Mörtel auf seine Bestandteile hin untersucht werden, die Oberflächenbehandlung der Innen- und Außenwände ist zu bestimmen, und die Statik des gesamten Baudenkmals muss man nachzuvollziehen, um einen nachhaltigen Sanierungserfolg zu erreichen.

Gründungsuntersuchung mit Bodengutachten als Grundlage der Sanierungsplanung

Zeigen sich Risse im Mauerwerk eines Baudenkmals - und das ist fast immer der Fall - beginnt die Sanierungsplanung mit der Untersuchung des Baugrundes und der vorhandenen Fundamentierung. Die Untersuchungen umfassen auch die möglichen Veränderungen im Schichtengefüge des Baugrunds unter den alten Fundamenten, die im Laufe der Jahrhunderte stattgefunden haben. Als Grund hierfür kommen in Betracht: natürliche Bodenbewegungen durch Hochwasser, Erdrutsche, Änderungen des Grundwasserstands etc. sowie Einflüsse durch Nachbarbebauungen, Straßenbau, Böschungsmodellierungen, Kanalisierung.

Erst nach Vorliegen dieser Erkenntnisse kann entschieden werden, ob der Bioden unter den Fundamenten ertüchtigt werden muss oder ob eine neue Vermörtelung der Rissfugen ausreichend ist.

Dachsanierung und Fassadensanierung - eine Aufgabe für den Restaurator

Die Denkmalbehörden forderten eine Dachsanierung nach historischen Vorbild. Dazu wurden Baustoffe eingesetzt, die es zur Zeit der Erbauung auch schon gegeben hatte: Ziegel, Holz, Messing, handgemachter Mörtel nach alter Rezeptur. Dachanschlüsse und Dachübergänge wurden in Walzblei ausgeführt, die Dachflächenfenster sind aus Messing nach historischem Vorbild gefertigt. In die Holzkonstruktion des Dachstuhls ist nicht eingegriffen worden, daher mussten Fenster gewählt werden, die zwischen die alten Eichensparren passten.

Auch bei der Fassadensanierung wurde größter Wert auf originalgetreue Ausführung gelegt: es durfte kein Zement für den Mörtel verwendet werden, die Risse wurden mit Spezialmörtel aus Trass und Kalk verschlossen, die Beschichtung mit einer Kalkschlämme sowie der Schlussanstrich erfolgten nach historischen Rezepturen.